Parkplätze, Brücken und Busse

Lokalpolitik

Die Parkplatzsituation im Biegenviertel, die geplante Brücke über das Schwarze Wasser und der Sommerfahrplan des Marburger ÖPNV waren einige der Themen, mit denen sich der Ortsverein auf seinem Sommerstammtisch am 23. Juli beschäftigte.

Unverständnis kam über die Pläne einer Drehbrücke zum Ausdruck, die auf Höhe der Kanu-Anlage am "Schwarzen Wasser" gebaut werden soll. "Die Verantwortung für die Brücke ist nicht geklärt", erläuterte Jörg Chylek seine Kenntnisse der Planungen. "Wir haben auch über die Frak­tion versucht, genaueres zu erfahren, doch bislang noch nichts gehört", ergänzte der Orts­vereins­vorsit­zende Steffen Rink. "Unsere Sorge ist, dass mit dieser Brücke alle Pläne einer wirklichen We­gebeziehung von der Uferstraße mit einer Brücke über das Schwarze Wasser über die Lahn­seite des Behördenzentrums und des Bettenhauses bis zur Lahnbrücke der Bahnhof­straße und der ge­planten Promenade am neuen DVAG-Gelände auf Dauer auf Eis gelegt sind", so Rink weiter. Die Chance, mit der DVAG-Bebauung neue Wegebeziehungen zu schaffen, die die Robert-Koch-Straße und Bunsenstraße umgehen, müsse genutzt werden. Die Drehbrücke scheint den Sozialdemokraten des Ortsvereins keine geeignete Alternative. "Was ist, wenn die Brücke für den Rad- und Fußgängerverkehr weggedreht ist? Dann müssen doch wieder alle die gefährliche Strecke über die Robert-Koch-Straße nehmen", so die Stimmen der Versammlung. "Wir verste­hen nicht, was diese Brücke soll", so Rink. Eine übergreifende Planung, wie schon lange von der SPD und vom Ortsverein gefordert, wäre weitaus sinnvoller gewesen, so die einhellige Meinung.

Prinzipiell positiv stehen die Genossinnen und Genossen der Wegnahme der Parkplätze auf dem Lahnvorland gegenüber. "Die Kritik, wie unlängst von der IHK geäußert, geht an der Sache vor­bei. Wer behauptet, das Lahnvorland biete bequeme, sichere Parkplätze, kennt die Situation nicht. Der neue Parkplatz auf dem Brauereigeländeit der neuen Brücke über dem Mühlgraben führt zu einer besseren, barrierefreien Anbindung des Biegenviertels." Allerdings wolle man die weitere Entwicklung im Zuge der Campus-Planung kritisch beobachten. Der Ortsverein freue sich überdies, dass die Erweiterung des Verkehrsversuchs in die Deutschhaus­straße nun statt­findet. "Die dort entste­henden Kurzzeitparkplätze sind ein echter Gewinn", so die Sozialdemo­kraten. "Es ist gut, dass diese Forderung des Ortsvereins nun um­gesetzt werden soll. Besser wäre es, auch der seit Jahren be­stehenden Forderung nach besseren Radwegen der Uferstraße zur Bahnhofstraße nachzukommen.

Schließlich setzten sich die Genossen auch noch mit dem Sommerfahrplan der Stadtwerke auseinander. "Es gibt Lücken von bis zu 15 Minuten, was die Verbin­dung Hauptbahnhof- Innen­stadt - Wilhelmsplatz - Frankfurter Straße anbelangt", berichtet Rink. "Wir vom Ortsverein Mitte fragen: Wenn alle Ortsbeiräte in die Nahverkehrsplanung einbezogen werden - was ist eigentlich mit der Stadtmitte? Mit wem werden die Planungen für uns besprochen? Für die Bürgerinnen und Bürger ist wichtig, sich auf das frühere Versprechen verlassen zu können: Zwischen Haupt­bahnhof und Südbahnhof verkehrt alle fünf Minuten ein Bus. Das bedeutet sorgenfreie Mobilität in der Innenstadt. Der Sommerfahrplan spricht dem Hohn, und auch im normalen Fahrplan gibt es Verbesserungsbedarf." Rink weiter: "Es kann nicht sein, dass Besucher der Stadt Marburg in den Sommerferien überlang am Hauptbahnhof auf eine Bus warten müssen, der sie zu ihren Aus­flugszielen und ins Hotel bringe. Und für Pendler, die außerhalb arbeiten, gilt das erst recht, ge­nauso wie für Menschen, die zum Einkaufen oder zu Arztbesuchen mit dem Zug nach Mar­burg kommen." Hier, so der Ortsverein Mitte, müsse für das nächste Jahr dringend Abhilfe geschaffen werden

 
 

Es hat keinen Sinn, die Mehrheit für die Sozialdemokratie
zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat
mehr zu sein.
(Willy Brandt)

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